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Organisation: Sozialverwaltung Hamburg

 
Name
Sozialverwaltung Hamburg
Beruf / Metier / Funktion
Käufer in Hamburg
Gründungsort
Hamburg
 
Standort/e
Hamburg
Adressen
 
 
Informationen
Aus einem Schreiben der Hansestadt Hamburg an das Landgericht vom 15.06.1952 (StAHH 213-13_11167): "Die Hansestadt Hamburg, frühere Sozialverwaltung, erhielt vom Reichsstatthalter -Staatsverwaltung- in seiner Eigenschaft als Reichsverteidigungskommissar den Auftrag, zur Bevorratung für künftige Schadensfälle und späteren Weitergabe an Bombengeschädigte geeignete Hausratgegenstände sicherzustellen, einzulagern und in treuhänderische Verwaltung zu übernehmen. Nach den schweren Luftangriffen im Juli und August 1943 erhielt die frühere Sozialverwaltung vom Reichsstatthalter -Staatsverwaltung- die Anweisung, die in treuhänderische Verwaltung übernommenen Gegenstände im Wege der Versteigerung an Bombengeschädigte auszugeben. Die Versteigerungserlöse wurden restlos auf das Konto der Gestapo bzw. an den Oberfinanzpräsidenten, sohin an das Reich, ausgekehrt. Die frühere Sozialverwaltung behielt keinerlei Erlöse. Sie ist auch nicht im Besitze von irgendwelchen der in treuhänderische Verwaltung übernommenen Hausratsgegenstände geblieben."

"Die Weitergabe der in treuhänderische Verwaltung übernommenen Gegenstände an fliegergeschädigte Personen erfolgte ebenfalls im Versteigerungswege in der Regel durch die selben Auktionatoren." (StAHH 213-13_3502)

Verschiedene Auktionshäuser (u.a. Carl F. Schlüter, Frieda Elsas, Arthur Landjunk, Georg Ruchmann, Georg Lüders, Andreas Huck) führten diese Versteigerungen im Auftrag der Sozialverwaltung durch. Wie aus den Annoncen erkenntlich, waren zum Kauf berechtigt "solche Fliegergeschädigten, Kriegsversehrten und Kriegshinterbliebenen aus diesem Kriege, die einen vom Hauptwirtschaftsamt Hamburg ausgestellten Bezugsausweis bei sich führen, der auf der Rückseite mit dem Vermerk "Liftgut" und der Unterschrift des ausstellenden Beamten, Datum u. Dienstsiegel versehen ist". Fliegergeschädigte, die noch Bezugsausweise älteren Datums hatten, sollten diese bei ihrer Ortsdienststelle des Hauptwirtschaftsamtes mit derm Vermerk "Liftgut" versehen lassen. Anders als oben angegeben, konnte die erste Annonce für einen Verkauf von "Liftgut" im Auftrag durch die Sozialverwaltung bereits am 11.05.1943 festgestellt werden.

Die Sozialverwaltung war auch für den Verkauf der Güter, die ab Oktober 1942 im Rahmen der M-Aktion durch die Speiditionsfirma Kühne & Nagel nach Hamburg gelangten, zuständig. Den Alleinauftrag für den Verkauf erhielt zunächst der Auktionator Carl F. Schlüter, später wurden auch andere Auktionatoren hinzugezogen. Hamburg erhielt von 1942 bis 1944 insgesamt 2699 Waggons aus der M-Aktion. Von März 1942 bis Juli 1943 sollen 45 Schiffsladungen mit insgesamt 27.227 Tonnen Hausrat aus den Niederlanden nach Hamburg gekommen sein (Bajohr 1998: S. 334)
Bemerkungen
Ansprechperson für die Gerichtsvollzieherei: Amtsmann Meier (StAHH 214-1_106 Alexander, Alfred)
Abkürzung als Käufer in den Versteigerungsprotokollen: S.V.


 
Primärquelle
StAHH 213-13_11167
StAHH 131-4, 1942 S II 538
BArch B 401/130
Sekundärquelle
Frank Bajohr: „Arisierung“ in Hamburg. Die Verdrängung der jüdischen Unternehmer 1933-45, (Hamburger Beiträge zur Sozial- und Zeitgeschichte 35), 2. Aufl., Hamburg 1998, S. 334.
Onlinequelle
 
 
zugeordnete Umzugsgüter
 
 
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