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Organisation: Fa. Karl Heumann
Name
Fa. Karl Heumann
Beruf / Metier / Funktion
Kunsthändler, Schätzer, Sachverständiger für OFP
Gründungsort
Hamburg
Standort/e
Hamburg
Adressen
Hamburg, Stadthausbrücke 13/17
Hamburg, Jungfernstieg 24
(Hamburg, Fontenay 4?)
privat: Hamburg, Erikastr. 144
Hamburg, Jungfernstieg 24
(Hamburg, Fontenay 4?)
privat: Hamburg, Erikastr. 144
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Informationen
Karl Heumann (geb. 01.04.1892 in Süderbrarup)
Geschäftsführer im Kunstsalon Krone
Inh. Kunsthaus Karl Heumann, gegründet 1922, „Ständige Ausstellung und Verkauf erster Meister“
Sachverständiger des Reichskammer der Bildenden Künste für den OFP Hamburg betr. Emigrantengut seit 1937
in der Nachkriegszeit als Sachverständiger für das Amt für Wiedergutmachung tätig
laut eigenen Angaben im Entnazifizierungsverfahren:
Mitgliedschaft NSDAP seit 1.05.1933
Mitgliedschaft in der SA (Oberscharführer) seit Juli 1933 bis 1935/36 (Entlassung als Freimaurer)
Mitgliedschaft NSV 1933-1945
Mitgliedschaft NSKOV 1934-1945
Zurückstellung vom Militärdienst 1943
Entnazifizierung: Entlassung am 27.03.1946; Berufung, Eidesstaatliche Erkläungen Antiquitätenhändler Hermann J.F. Schröder, Heinrich Steinhagen (Maler), Galerie Commeter, Möbelhaus Willy Mitzlaff, W.A. Fascher, Louis Bock (Kunstgalerie Bock), Anton F. Johannsen; Wiedereinsetzung am 14.07.1947
Geschäftsführer im Kunstsalon Krone
Inh. Kunsthaus Karl Heumann, gegründet 1922, „Ständige Ausstellung und Verkauf erster Meister“
Sachverständiger des Reichskammer der Bildenden Künste für den OFP Hamburg betr. Emigrantengut seit 1937
in der Nachkriegszeit als Sachverständiger für das Amt für Wiedergutmachung tätig
laut eigenen Angaben im Entnazifizierungsverfahren:
Mitgliedschaft NSDAP seit 1.05.1933
Mitgliedschaft in der SA (Oberscharführer) seit Juli 1933 bis 1935/36 (Entlassung als Freimaurer)
Mitgliedschaft NSV 1933-1945
Mitgliedschaft NSKOV 1934-1945
Zurückstellung vom Militärdienst 1943
Entnazifizierung: Entlassung am 27.03.1946; Berufung, Eidesstaatliche Erkläungen Antiquitätenhändler Hermann J.F. Schröder, Heinrich Steinhagen (Maler), Galerie Commeter, Möbelhaus Willy Mitzlaff, W.A. Fascher, Louis Bock (Kunstgalerie Bock), Anton F. Johannsen; Wiedereinsetzung am 14.07.1947
Bemerkungen
Es wird weiter draus hingewiesen, daß Herr Heumann als Beauftragter der Hansestadt Hamburg während des Krieges sämtliche Versteigerungen, in denen Kulturgut angeboten wurde, besucht hat, um Werke, für die ein Interesse der Hamburger Kunstmuseum bestand, anzukaufen. Herr Heumann wird daher auch darüber aussagen können, ob die beanspruchten Gegenstände in Hamburg versteigert worden sind.“ (StAHH 213-13_9819)
„Heumann taxierte ‚entartete’ Kunst niedrig, entsprechend ihrer Einschätzung in der NS-Zeit. Er wies auch darauf hin, wenn ausreisende Juden zu niedrige Wertangaben für ihre Kunstwerke gemacht hatten […]. Nachweislich nahm er auch an Kontrollen und Beschlagnahmeaktionen teil, so im Atelier des Malers Luis Neu. Laut Aussage des Landesleiters der Reichskunstkammer war Heumann als vormaligern Freimaurer gefährdet, wurde zwischen 1936 und 1938 aus der SA und der NSDAP ausgeschlossen. Werner Thiede beließ ihm trotzdem die Wahrnehmung des (einträglichen) Referats und stütze ihn ‚auch sonst’. Heumanns Rolle bei der Taxierung des Auswanderungsgutes war vielleicht von der Angst um den Verlust seines Postens geprägt. Sie war aber nachweislich nicht den Besitzern der wertvollen Kunstwerke verpflichtet, sondern dem Zeitgeist und dem Regime.“ (Maike Bruhns 2001, S. 222)
Karl Heumann trat aber nicht nur als Taxator auf, sondern veranstaltete auch Auktionen und verkaufte dabei auch Werke aus den beschlagnahmten Sammlungen, wie beispielsweise aus der Sammlung Clara Melchior (M. Bruhns, Private Schätze 2001, S. 88).
„Heumann taxierte ‚entartete’ Kunst niedrig, entsprechend ihrer Einschätzung in der NS-Zeit. Er wies auch darauf hin, wenn ausreisende Juden zu niedrige Wertangaben für ihre Kunstwerke gemacht hatten […]. Nachweislich nahm er auch an Kontrollen und Beschlagnahmeaktionen teil, so im Atelier des Malers Luis Neu. Laut Aussage des Landesleiters der Reichskunstkammer war Heumann als vormaligern Freimaurer gefährdet, wurde zwischen 1936 und 1938 aus der SA und der NSDAP ausgeschlossen. Werner Thiede beließ ihm trotzdem die Wahrnehmung des (einträglichen) Referats und stütze ihn ‚auch sonst’. Heumanns Rolle bei der Taxierung des Auswanderungsgutes war vielleicht von der Angst um den Verlust seines Postens geprägt. Sie war aber nachweislich nicht den Besitzern der wertvollen Kunstwerke verpflichtet, sondern dem Zeitgeist und dem Regime.“ (Maike Bruhns 2001, S. 222)
Karl Heumann trat aber nicht nur als Taxator auf, sondern veranstaltete auch Auktionen und verkaufte dabei auch Werke aus den beschlagnahmten Sammlungen, wie beispielsweise aus der Sammlung Clara Melchior (M. Bruhns, Private Schätze 2001, S. 88).
Primärquelle
StAHH 731-8_A 902 Heuman, Karl
z.B. StAHH 314-15_F 2192 Schönfeld, Alice, 1939-1952
z.B. StAHH 314-15_F 2192 Schönfeld, Alice, 1939-1952
Sekundärquelle
https://sammlung-online.berlinischegalerie.de/eMP/eMuseumPlus?service=ExternalInterface&module=collection&objectId=231355&viewType=detailView
Maike Bruhns, Kunst in der Krise. Hamburger Kunst im „Dritten Reich“.- Hamburg 2001
Private Schätze. Über das Sammeln von Kunst in Hamburg bis 1933. Hrsg. v. Ulrich Luckhardt und Uwe M. Schneede.- Hamburg 2001
M. Bruhns, Kunst in der Krise Bd. 1, 435.
Maike Bruhns, Kunst in der Krise. Hamburger Kunst im „Dritten Reich“.- Hamburg 2001
Private Schätze. Über das Sammeln von Kunst in Hamburg bis 1933. Hrsg. v. Ulrich Luckhardt und Uwe M. Schneede.- Hamburg 2001
M. Bruhns, Kunst in der Krise Bd. 1, 435.
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Zitiervorschlag
LostLift Datenbank, Deutsches Schifffahrtsmuseum – Leibniz-Institut für Maritime Geschichte, Organisation: Fa. Karl Heumann, Permalink: https://lostlift.dsm.museum/de/detail/person/6f365b6a-b68d-41a2-bcbc-d930e6b148a7 (Zuletzt aktualisiert am: 3.8.2026)